Das Verzwirnen

Das Garn behält seine, beim Spinnen erteilte Drehspannung bei. Das kann bei der weiteren Verarbeitung unangenehm sein. Gestricktes zum Beispiel verwindet sich bei den meisten Strickmustern.

 

Durch Abbrühen des aufgehaspelt gespannten Garnes mit heißem Wasser, kann die Drehspannung gemindert werden.

 

Die schlaueste Lösung ist es, zwei im gleichen Sinne gedrehte Garne im Gegensinn miteinander zu verzwirnen. Optimal verzwirnt sind zwei Garne dann, wenn das neue Garn keine Drehspannung nach irgendeiner Richtung mehr hat.

 

Praktisch angewandt kann das so aussehen: Die beiden (oder drei) zu verzwirnenden Fäden sind aufgespult oder zu Knäuel gewickelt. Die Spulen sind auf Gestellen aufgereiht, Knäuel legt man in getrennte Behälter, aus denen sie beim Abwickeln nicht heraus hüpfen können. Die zu verzwirnenden Garne führst du von außen gemeinsam durch die Einzugsöffnung und über die Häkchen des Flügels an die Spule. Dort machst du die beiden Fäden fest, sodass sie nicht durchrutschen können. Die beiden (oder 3) Garne führst du, jedes separat, zwischen die Finger der einen Hand. Du klemmst jedes der Garne getrennt ein wenig ein, sodass es beim Durchgleiten durch die Finger gestreckt wird. Beim Austritt aus den Fingerzwischenräumen darf das Garn keine Kringel machen. Dann beginnst du das Spinnrad in die Gegenrichtung zu drehen. Mit der anderen Hand unterstützt du die am Spinnrad eingestellte Einzugskraft gerade so viel, dass das Garn optimal verzwirnt eingezogen und aufgespult wird. Dabei erfasst du die zu verzwirnenden Garne nahe bei den Fingern der einen Hand und bewegst sie bis nahe an das Einzugsloch. Diesen Vorgang wiederholst du ständig, bis die Spule am Spinnrad voll ist. Unter günstigen Umständen kann das Unterstützen des Einzuges mit der anderen Hand nahezu unterbleiben. Das hängt von der gleichmäßigen Struktur der zu verzwirnenden Garne, von der gut eingestellten Einzugskraft und vom Geschick der spinnenden Person ab. Das Ergebnis sollte ein Garn sein, dass in keine Richtung Neigung zum Verdrehen zeigt und das insgesamt gleichmäßigere Dicke hat als ein unverzwirnt einfädiges Garn.