Das Spinnen am Spinnrad

Das Herz eines Spinnrades sind die Spule und der konzentrisch um die Spule herum drehbare Flügel. Das ersponnene Garn wird von der spinnenden Person durch das konzentrische Einführloch des Flügels über die Häkchen oder Ösen des Flügels geführt und schließlich so fest am Spulenkern festgemacht, dass der Faden nicht durchrutschen kann. Wird der Flügel gedreht, angetrieben von Fuß oder Elektromotor, dann dreht sich mit ihm das Garn. Diese Drehung steht der spinnenden Person zum Spinnen – wie beim Spinnen mit der Spindel bereits beschrieben – zur Verfügung. 

Die spinnende Person sorgt mit der aktiven Hand dafür, dass Verdrehung und Fadenzug so ausgewogen an das Vlies herankommen, dass hier ein weitgehend gleichmäßig dickes Garn herausgezogen wird. Die passive Hand sorgt vor allem dafür, dass ausreichend viel, jedoch nicht zu viel Vlies aus dem unversponnenen Vlies-Ballen nachkommen kann. Beide Hände ergänzen einander. Weiters gilt es – darin besteht die Kunst des Spinnens am Rad – die Drehgeschwindigkeit anzupassen an die Garnentstehung. Dickere Garne bedürfen, bezogen auf die Länge, weniger Drehung, als dünnere Garne. Darauf muss die spinnende Person achten. Auch hier ist es zielführend, wenn zunächst eine zweite Person sich um die Drehung, das heißt den Antrieb des Spinnrades kümmert. Die spinnende Person kann sich dann voll auf das eigentliche Spinnen, das Entstehenlassen des Garnes einstellen.

 

Richtig genial ist, dass das Spinnrad das aktuell ersponnenen Garn zeitgleich aufspult. Wie oben dargelegt, gibt es den Flügel, der sich konzentrisch außen um die Spule bewegt. Das Garn wird – wie oben beschrieben – zu Beginn an der noch leeren Spule so festgemacht, dass es beim Verdrehen der Spule nicht durchrutscht, sondern aufgewickelt wird. Wenn Flügel und Spule gleich schnell drehen wird kein Garn aufgespult. Haben Flügel und Spule unterschiedliche Drehgeschwindigkeit, dann wird mit der Differenz der beiden Geschwindigkeiten Garn aufgespult. Es gibt nun grundsätzlich drei Systeme, wie diese unterschiedlichen Drehgeschwindigkeiten und zugleich die Regulierung der Kraft, mit der das Garn in das Einzugsloch eingezogen wird, zu verwirklichen.

 

Mehr dazu siehe Spinntechnik