Volkmar Baurecker

Volkmar Baurecker

Ich freue mich auf das persönliche Gespräch mit allen Spinnerinnen, Spinnern, Webern und Weberinnen und allen, die nach Spinnrädern und Webgeräten Ausschau halten. Ich selbst habe das Spinnen vor vier Jahrzehnten auf einem altehrwürdigen Flachsspinnrad aus dem Mühlviertel gelernt. Erstaunlich, mit welch einfachen handwerklichen Mitteln unsere Vorfahren durchaus taugliche Spinnräder gezimmert, getischlert, gehobelt, gedrechselt und geschnitzt haben! Ihnen mögen die alten Spinnräder kleine Heiligtümer gewesen sein. Wo gesponnen wurde, konnte man froh und wohl gewärmt dem Winter entgegensehen.

 

Inzwischen ist das Spinnen, wie das Weben, auch ein Kunsthandwerk geworden. Ersponnenes und Erwebtes haben heutzutage nicht nur den Zweck, vor Kälte zu schützen. Die Lust am schöpferischen Tun steckt in diesen Kunsthandwerken. Es ist die Freude, nicht nur was am Funktionsfähiges, was Wärmendes am Leib zu haben, sondern was Schönes. Auf der ganzen Welt sind findige Menschen aufgetaucht, die mit den heute verfügbaren technischen Mitteln perfekt arbeitende Spinn- und Webgeräte entwickelt haben. Ich habe mich entschieden, vorrangig die Geräte des niederländischen Herstellers LOUET anzubieten. Sie gehören zu den weltweit besten Herstellern.

 

Alles was aus meinem Angebot an Spinnrädern und Webgeräten beschreibbar ist und sich illustrieren lässt, finden Sie hier auf der Website. Für alle weiteren Fragen erwarte ich gerne deinen Anruf oder dein Mail. Oder vereinbare mit mir einen Besuch in meinem Verkaufslager. Hier bekommst du, wenn du das möchtest, auch kurze Anleitungen im Spinnen oder Weben.

 

Noch nie gesponnen? Hier findest du einen Trockenkurs in Worten und Bildern – eine Herausforderung für sehr talentierte, technikverständige Menschen. Am besten ist immer noch das Lernen im Tun: Lass dir das Spinnen von jemand zeigen, der/die das schon kann. Kurse gebe ich gegen besondere Vereinbarung. Ich veröffentliche hier öffentlich zugängliche Spinnkurse, wenn sie mir mitgeteilt werden oder wenn ich sie selbst veranstalte.

 

Auch das Weben lässt sich selbst erlernen. Kurse am Webrahmen organisiere ich gegen besondere Vereinbarung. Dafür kann ich Leihgeräte in begrenzter Zahl beistellen. Für Unterweisung auf Webstühlen kann ich Ihnen auf Anfrage was Aktuelles empfehlen. Ich veröffentliche hier öffentlich zugängliche Webkurse, wenn sie mir mitgeteilt werden oder wenn ich sie selbst veranstalte.

Was ich am Spinnen so mag

Da ist einmal die Hautnähe mit dem natürlichen Tierhaar oder der Pflanzenfaser. Mit den Stoffen der Natur, so sie nur sanfte Bearbeitungen erfahren haben, sind wir, unser Immunsystem, unsere Sinne und unser ganzes Wesen vertraut. Die Nähe mit ihnen, deren sinnliche Wahrnehmung nährt unsere Seele und tut dem Körper gut.

 

Aus dem Chaos der Fasern wird ein nutzvolles Gebilde, das Garn. Und das vor meinen/deinen Augen und in meinen Händen. Ohne komplizierte Fremdintelligenz, vor allem dann, wenn du mit der Handspindel spinnst. Das nährt dein Selbstvertrauen, deine Zuversicht! In deinen Händen passiert das!

 

Das Gleichgewicht halten – du kannst es lernen und üben. Hier die Drehung des soeben ersponnenen Garns, da das Herausziehen des sich im Drehen verhakenden, zum Garn werdenden Vlieses. Es beglückt durch und durch, die Balance in dieser Dynamik zu erwerben und zuletzt spielend zu halten. Ein bisschen Demut und ein wenig Geduld zeigt Frucht.

 

Das Fließen des Garns – eine Meditation. Wenn du traurig bist, dann gehe an einen Bach oder einen Fluss und schau ihm zu – eine alte Weisheit aus China rät uns das. Wenn das frischgesponnene Garn am Spinnrad durch deine Hände fließt und kontinuierlich aufgespult wird – das kann vieles in dir zum Fließen bringen, was, aus welchem Grund auch immer, ins Stocken geraten ist.

 

Du kannst das Garn selbst weiterverarbeiten – stricken, weben, häkeln, flechten, netzen. Du wirst dich selbstbestimmt kleiden können. Du und die Menschen um dich werden dich selbstbestimmt erleben. Wer selbstbestimmt lebt, wird zu sich selbst finden. Beim Spinnen und Weben üben wir, den Weg dorthin zu gehen. 

 

Was ich am Weben so mag

Das Weben hat zu Beginn eine Phase, in der viel Disziplin, Aufmerksamkeit und Geduld von Nöten ist. Das eigentliche Weben kann grundsätzlich ein sehr entspannter Ablauf sein. Es sei denn, auch der Schussfaden ist für ein mehr oder weniger kompliziertes Muster zuständig.

 

Bevor du mit dem Weben beginnen kannst, müssen die Kettfäden aufgezogen werden. Da musst du erst mal rechnen und zählen. Vor allem dann, wenn du unterschiedliche Kettfäden (Farbe, Material) geplant haben solltest. Dann kommt das Spannen des Kettgarns zwischen Warenbaum und Kettbaum – eine Geduldsarbeit, bei der du keine Fehler machen darfst. Zuletzt sollen die Kettfäden alle gleiche Spannung haben und diese während des Abwebens auch beibehalten. Und dann kann die Frucht der Genauigkeit und Geduld geerntet werden. Es werden die Schiffchen hin und her bewegt. Vor den Augen wächst gedeiht das Werk, dank deiner Mühe. Es gibt nicht diese dynamische Balance, die Kindern und Alten das Spinnen so schwer macht. Du kannst dir Zeit lassen, du kannst Pausen machen. Sehr einfache Muster können selbst von Menschen mit Einschränkung hergestellt werden, mit durchaus therapeutischem Effekt, etwa in der Rehabilitation.